Der Lido ist die lange, schmale Barriereninsel, die Venedigs Lagune von der offenen Adria trennt — und er ist in fast jeder Hinsicht ein wirklich anderer Ort als das historische Zentrum, angefangen damit, dass hier tatsächlich Autos und Busse fahren.

Was es hier gibt

Die Hauptattraktion des Lido sind seine Strände, gesäumt von Badeeinrichtungen aus dem frühen 20. Jahrhundert mit ihren Reihen bunter Kabinen — ein Erbe der Geschichte der Insel als mondänes Belle-Époque-Seebad. Viele Strandbäder verlangen Gebühren für Liegen und Kabinen, es gibt aber auch freie öffentliche Strandabschnitte.

Die Insel ist auch Heimat der Filmfestspiele von Venedig (der Mostra), die jeden Herbst im Palazzo del Cinema stattfinden — eines der ältesten Filmfestivals der Welt, eine Erinnerung daran, dass der Lido über ein Jahrhundert lang ein eigenständiges, mondänes Reiseziel war, nicht nur ein Strandanhängsel der Hauptinsel.

Ein anderes Tempo

Breite Alleen, Villen im Jugendstil und Rationalismus-Stil sowie echter Straßenverkehr verleihen dem Lido ein völlig anderes Tempo als dem autofreien historischen Zentrum — manche Besucher finden den Kontrast befremdlich, andere einen willkommenen Szenenwechsel nach ein paar Tagen in engen Calli.

Praktische Hinweise

Regelmäßige Vaporetto-Linien verbinden den Lido mit San Marco und anderen Punkten des historischen Zentrums in etwa 15–20 Minuten, was ihn zu einer einfachen Ergänzung für einen halben oder ganzen Tag bei einem längeren Venedig-Aufenthalt macht, besonders in den wärmeren Monaten, wenn die Strände wirklich nutzbar sind.